Erstes Themenforum „Miteinander mehr möglich machen“

Bild: Dagmar Schäfer, Die Glocke

Die Glocke berichtet in ihrer Ausgabe vom 7.11.2019 über das erste Themenforum innerhalb der Reihe „Miteinander mehr möglich machen“:

 

Herzebrock-Clarholz (ds) – Braucht die Gemeinde eine Satzung, um geschotterte Vorgärten einzudämmen? Müsste der öffentliche Baumbestand ergänzt werden? Und welche Schritte sind auf dem Weg zu einem Mehrgenerationenhaus notwendig? Antworten darauf gab es Dienstagabend nicht. Aber lebhafte Diskussionen.

Die SPD hatte zum Themenforum eingeladen. Es war Teil der Reihe „Miteinander mehr möglich machen“, die in dieser Form kreisweit in den Kommunen angeboten wird. Doch anders als bei der Auftaktveranstaltung, an der mehr als 30 Bürger teilnahmen, fiel die Resonanz rund um die Punkte Bauen, Wohnen und Leben verhalten aus.

Insgesamt zwölf Teilnehmer begrüßte der Vorsitzende Heinz Willikonsky. Er hoffte, dass bei den nächsten Schwerpunkten, es wird um Verkehr, Schule und Jugend gehen, wieder mehr Interessenten dabei sind. Denn immerhin biete die Reihe die Möglichkeit, unkompliziert in den Dialog einzusteigen. „Und der ist spannend“, sagte Willikonsky.

Organisationsstrukturen überlegen

Der Austausch – übrigens frei von parteipolitischer Einflussnahme – vor den Themenwänden entwickelte sich lebhaft. Wohnraum, Klimafreundlichkeit und Lebensqualität in der Kommune fungierten als Leitthemen, denen mittelfristige Ziele zugeordnet waren. Letztere, insgesamt elf, sollten mit weiteren Aspekten konkretisiert werden. Unter dem Begriff Mehrgenerationenhaus fanden sich abschließend zum Beispiel folgenden Hinweise: Es bräuchte eine Bedarfsermittlung und eine Integration in einen Bebauungsplan. Organisationsstrukturen wie Genossenschaften müssten ebenso wie Finanzierungsmodelle geprüft werden.

Ein kommunales Klimaschutzkonzept könnte vielleicht eine Vorgartensatzung beinhalten, mehr Blumen und Obstwiesen oder auch die Förderung von Photovoltaikanlagen. Es entwickelte sich ein Pool von Ideen, die im Rahmen der Reihe weiter konkretisiert werden sollen.

Gerüchten mit Fakten begegnen

Eine lebenswerte Gemeinde: Darunter ging es unter anderem um Informationswege. „Gerüchteküche vermeiden durch offene Information“ und „Transparenz zu politischen Entscheidungsfindungen“ fanden sich als Hinweise. Dazu führte Altbürgermeister Gottfried Pavenstädt am Dienstag ein konkretes Beispiel an. Ihm ging es um Bürger, die ihm gegenüber Bedenken hinsichtlich der Neubauten im Ortsteil Clarholz äußern würden.

Speziell gehe es um die Seniorenresidenz an der Marienfelder Straße und das Gebäude an der Letter Straße. Beide werden von der Lindhorst-Gruppe errichtet. „Sie fragen sich, ob diese tatsächlich für die geplanten Nutzungen oder für anders gebaut werden“, formulierte Pavenstädt vorsichtig.

Genehmigung für konkrete Nutzung

Gemeint hat er Gerüchte, wonach die Wohnflächen durch osteuropäische Arbeitnehmer belegt werden könnten. „Die Glocke“ berichtete mehrfach über die Seniorenresidenz und die 18 Apartments für betreutes Wohnen an der Letter Straße. Auf erneute Nachfrage der Redaktion bei der Gemeindeverwaltung gab es folgende Auskunft: „Baugenehmigungen gelten für konkrete Nutzungen. Die Genehmigung ist für ein Alten- und Pflegeheim sowie betreutes Wohnen erteilt worden.“

Für eine andere Nutzung müsste ein neuer Antrag beim Kreis Gütersloh gestellt werden. Zudem habe sich die Firma Seniorenpark Herzebrock-Clarholz, die am Amtsgericht Lüneburg geführt wird und deren Geschäftsführer Alexander Lindhorst ist, vertraglich verpflichtet, innerhalb von vier Jahren nach Vertragsabschluss die Gebäude dafür zu errichten.

 

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