Wenn 95 Prozent oder mehr Menschen geimpft sind, spricht man von einer Herdenimmunität. Bei Windpocken wird diese Quote zumindest unter den Erstklässlern in keiner Kommune des Kreises erreicht. Bild: dpa

Impfquote im Kreis stimmt nachdenklich

Zu der gestrigen Sitzung des Gesundheitsausschusses hatten wir einen Antrag zum Thema Impfen gestellt.

Hier nun dazu der Presseartikel aus „Die Glocke“ vom 14.11.2019

Auffällig: Gerade an Orten, in denen besonders viele Kinder- und Jugendärzte ansässig sind, ist die Impfquote geringer.

Aber von Anfang an: Die SPD wollte unter anderem wissen, wie hoch die Impfquote bei Erwachsenen gegen Grippe ist. „Es gibt dafür keine systematische Datenerfassung“, sagte Bunte. Sie legte aber Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung vor, die zumindest eine grobe Richtung vorgaben. Demnach hätten sich gut 38 000 Menschen im Kreis in der Grippesaison 2018/19 dagegen impfen lassen.

„Das hängt immer damit zusammen, wie hoch die Zahlen der Erkrankungen im Vorjahr waren“, sagte Bunte. Und da man 2018 besonders viele erkrankte Menschen registriert hatte, ist die Zahl der Impfungen auch seitdem gestiegen.

Die Sozialdemokraten wollten außerdem wissen, ob es viele Eltern gebe, die keine Mehrfachimpfungen bei ihren Kindern mehr durchführen ließen. „Man spricht bei 95 Prozent von Herdenimmunität“, sagte Bunte. Soll heißen, wenn 95 Prozent geimpft seien, sei eine Gesellschaft geschützt – und auch die, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten. Nur diese Rate wird bei der sogenannten Sechfach-Impfung im Kreis in keiner Kommune erreicht. Das ergaben die Zahlen bei der Einschulung 2018/19.

Bei Masern – derzeit ein viel diskutiertes Thema – sieht die Lage etwas anders aus. In Langenberg, Harsewinkel, Steinhagen und Borgholzhausen sind mehr als 95 Prozent der Erstklässler geimpft. Kritisch wird es laut Bunte unter 93 Prozent. Und das sei in Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Versmold der Fall – dort, wo viele Kinder- und Jugendärzte ansässig seien. „Unter ihnen gibt es auch einige Impfgegner“, sagte die Gesundheitsamtsleiterin.

Ganz anders sieht die Lage bei Windpocken aus. Dabei kann keine Kommune im Kreis Gütersloh Herdenimmunität vorweisen. „Das stimmt einen sehr nachdenklich“, sagte Bunte. Schlusslicht ist Langenberg mit 62,5 Prozent. „Jeder hat eine Verantwortung für sich selbst und für andere“, sagte Bunte – und das nicht nur in gesundheitlichen Bereichen.